Vielseitiges Wesen
Kurze Reflexion über Vielseitigkeit, eigene Grenzen und die stille Zuversicht, dass Möglichkeiten ihren Wert auch dann behalten, wenn sie nicht eingelöst werden.
Der Wille zur differenzierten Welterschließung
Der Essay entwickelt den Begriff des „Willens zur differenzierten Welterschließung“ als Haltung, die ein genaueres Wahrnehmen, Deuten und Urteilen ermöglicht. Unsere Sicht auf die Welt wird durch Bildung, praktische Erfahrung, Sprache, Aufmerksamkeit und den Kontakt mit anderen Lebenswirklichkeiten geprägt. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Vielfalt dieser Zugänge, sondern die Bereitschaft, eigene Kategorien zu erweitern und Überzeugungen angesichts von Tatsachen, Argumenten und fremden Perspektiven zu korrigieren. Differenziertes Denken verlangt dabei weder dauernde Unentschiedenheit noch die Gleichbehandlung aller Auffassungen. Es verbindet Offenheit mit Urteilskraft und unterscheidet insbesondere zwischen Tatsachen, Erklärungen, Wertungen und Prognosen. Damit beschreibt der Text eine persönliche wie gesellschaftliche Voraussetzung für einen sachlichen Umgang mit komplexer Wirklichkeit – gerade in Zeiten von Polarisierung und Desinformation.
Unsichtbare Ordnung
Was haben die römische Arena, das Grundgesetz und ein verpasster Bahnanschluss miteinander zu tun? Der Essay geht der Frage nach, wie Menschen in Ordnungen leben, die ihnen so selbstverständlich geworden sind, dass sie sie kaum noch als Ordnungen wahrnehmen. Mit Ernst Cassirer zeigt er, wie Sprache, Rituale und Verfahren bestimmen, was als legitim und verlässlich erscheint. Der Blick auf die Arena macht sichtbar, wie Gewalt innerhalb einer solchen Ordnung lesbar wurde. In der Bundesrepublik sollen dagegen Recht und Verfahren die Macht begrenzen. Doch was geschieht, wenn staatliche Versprechen und alltägliche Erfahrung auseinanderfallen? Der Essay untersucht, weshalb beschädigte Verlässlichkeit und eine Sprache, die Unterschiede verwischt, auch das Vertrauen in politische Institutionen berühren können.
Mangel an Mondlicht über Esslingen-Zollberg
Ein Weg zum Auto in mondloser Nacht wird zum Ausgangspunkt des Rückblicks auf eine Geburtstagsfeier, für Erinnerungen an alte Freunde, vergangene Verliebtheiten und die Frage, was es eigentlich heißt, älter zu werden. Eine kurze autobiographische Erzählung über Erinnerung, Zeit und die eigentümliche Beharrlichkeit des eigenen Ichs.
Fehlende Weltläufigkeit - Urlaub in Ostfriesland
Eine Betrachtung darüber, warum in Literatur und Film selbst alltägliche Situationen oft weltläufiger erscheinen als im wirklichen Leben – und was dieser Unterschied über unsere Wahrnehmung erzählt.